Autorenlesung zum Thema „Contergan-Schädigung“

 Contergan„Annerscht“ (Anders): So lautet der Titel eines Buches von Regina Käsmayr, das auf 136 Seiten die Lebensgeschichte der Allendorferin Gunhild Krämer-Kornja erzählt. Am 14. April 1962 kam sie als eines der letzten Contergan-Opfer mit verkürzten Armen und mehreren Organschäden auf die Welt. Wie Gunhild Krämer-Kornja trotz der körperlichen Einschränkung in dem Dorf bei Marburg aufwächst, wie sie als Jugendliche mit ihrem Schicksal hadert, dann aber beschließt, sich gegen alle Widerstände durchzuboxen, wird in bewegenden Worten geschildert.
Den etwa 40  Schülerinnen und Schülern der Klassen 12 FOS 2  und FSU 2, die sich im Rahmen ihres Religions- und Ethikunterrichtes mit dem Thema „Leben mit Behinderung“ beschäftigten, stellte Gunhild Krämer-Kornja ihre Lebensgeschichte vor.
Die Frau, „deren Kraft nicht in den Armen, sondern im Herzen liegt“ – wie auf dem Buchrücken zu lesen ist – bahnt sich ihren Weg durchs Leben. Sie lernt Jiu-Jitsu, erwirbt den Führerschein, findet die Liebe ihres Lebens, bringt eine Tochter zur Welt und hat jetzt sogar das Amt der Ortvorsteherin inne. Die Biografie verdeutlicht aber auch, mit welchen Schwierigkeiten die Contergan-Geschädigten zeitlebens zu kämpfen haben.
„Mit diesem Buch möchte ich dazu beitragen, dass die Geschichte der Contergan-Opfer nicht in Vergessenheit gerät. Außerdem will ich mich auf diesem Wege bei der Dorfgemeinschaft bedanken, ohne den Halt und die Unterstützung der Allendorfer hätte ich es vielleicht nicht so weit geschafft“, erklärt Gunhild Krämer-Kornja während ihrer Autorenlesung an der Käthe-Kollwitz-Schule. Im Anschluss an die Lesung beantwortet die 50-Jährige offen und ehrlich die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Diese waren beeindruckt von der Lebensfreude und Energie, die von Gunhild Krämer-Kornja ausgeht.